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Unternehmensteuer, Grundsteuer und Vermögensteuer – wer zahlt was?

Zuletzt aktualisiert am 6.10.2026 · Deutschland Simulator Ratgeber

Neben Einkommen- und Mehrwertsteuer gibt es eine Reihe weiterer Steuern, die seltener in den Schlagzeilen stehen, aber für Unternehmen, Kommunen und Vermögende entscheidend sind. Drei davon stehen besonders im Fokus: die Besteuerung von Unternehmensgewinnen, die Grundsteuer und die Vermögensteuer.

Wie Unternehmen besteuert werden

Wie ein Unternehmen besteuert wird, hängt von seiner Rechtsform ab:

Hinzu kommt in beiden Fällen die Gewerbesteuer, die an die Gemeinde fließt. Ihre Höhe hängt vom Hebesatz ab, den jede Kommune selbst festlegt – in Großstädten oft über 400 Prozent, in manchen Kleinstgemeinden deutlich weniger. Bei Personenunternehmen wird die Gewerbesteuer teilweise auf die Einkommensteuer angerechnet.

Zusammengerechnet zahlt eine Kapitalgesellschaft in Deutschland im Schnitt rund 30 Prozent auf ihren Gewinn. Das ist im internationalen Vergleich hoch: Der Durchschnitt der Industrieländer liegt bei gut 23 Prozent, Irland verlangt 12,5 Prozent für kleinere und 15 Prozent für große Konzerne. Die Bundesregierung hat deshalb beschlossen, die Körperschaftsteuer ab 2028 schrittweise auf 10 Prozent zu senken.

Zielkonflikt bei der Unternehmensteuer

Unternehmensteuern sind ein heikles Feld:

Die Gewerbesteuer ist für die Gemeinden mit über 75 Milliarden Euro im Jahr die wichtigste eigene Einnahmequelle. Sie schwankt aber stark mit der Konjunktur, was kommunale Haushalte in Krisen schnell unter Druck setzt.

Die Grundsteuer

Die Grundsteuer zahlen Eigentümer von Grundstücken und Gebäuden; Vermieter dürfen sie auf die Mieter umlegen. Sie trifft also fast alle Haushalte. Mit rund 16 Milliarden Euro im Jahr ist sie eine verlässliche Einnahme der Kommunen, die über eigene Hebesätze ihre Höhe bestimmen.

2018 erklärte das Bundesverfassungsgericht die alte Grundsteuer für verfassungswidrig, weil sie auf völlig veralteten Grundstückswerten von 1964 (im Westen) und 1935 (im Osten) beruhte. Seit Januar 2025 gilt eine neue Berechnung. Millionen Eigentümer mussten dafür eine Erklärung abgeben, und manche Länder nutzen eigene Modelle. Für viele änderte sich die Steuerlast spürbar – in beide Richtungen.

Die Vermögensteuer: ausgesetzt, aber nicht vergessen

Bis 1996 gab es in Deutschland eine Vermögensteuer. Das Bundesverfassungsgericht beanstandete 1995, dass Immobilien gegenüber anderem Vermögen zu niedrig bewertet wurden. Statt das Gesetz zu reparieren, wird die Steuer seit 1997 einfach nicht mehr erhoben. Abgeschafft ist sie formal nie.

Die Debatte um eine Wiedereinführung kehrt regelmäßig zurück:

Ein Blick ins Ausland zeigt beide Seiten: Viele europäische Länder haben ihre Vermögensteuer in den letzten Jahrzehnten abgeschafft, Frankreich ersetzte sie 2018 durch eine reine Immobilienvermögensteuer. Die Schweiz, Norwegen und Spanien erheben dagegen weiterhin eine.

Faustregel: Je mobiler eine Steuerbasis ist, desto schwerer lässt sie sich hoch besteuern. Grund und Boden laufen nicht weg – Kapital und Unternehmen schon.

So spielst du es im Deutschland Simulator

Im Ressort Steuern findest du unter „Weitere Steuern“ die Körperschaftsteuer (Start: 30 %, gemeint ist die Gesamtbelastung aus Körperschaft- und Gewerbesteuer) und den Grundsteuer-Index (100 = heutiges Niveau). Darunter kannst du eine Vermögensteuer einführen.

Wie die Einkommensteuer funktioniert, erklärt der Artikel Einkommensteuer verstehen.

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